FortePiano-Musikfest 2021

Am 12.03. hat sich das TonArt-Team getroffen, um das für März bis Mai 2020 geplante Forte-Piano-Fest vorzubereiten. Leider haben wir ein anderes Thema besprechen müssen:

Wir verschieben alle drei FortePiano-Wochenenden um ein Jahr auf 2021!

Wir halten es für geboten uns alle keiner unnötigen Gefahr auszusetzen. Außerdem wollen wir die Reihe ungern auseinanderreißen und den Künstlern Planungssicherheit geben.

Falls wir vor Juni wieder veranstalten können, werden wir versuchen aus unserem Netzwerk heraus ein anderes Konzert anzubieten.

 

Ihre im Vorverkauf erstandenen Karten können Sie natürlich zurückgeben.

 

 

‚Frühe Tasteninstrumente aus Frühklassik und Klassik im Jubiläumsjahr Beethoven‘

in Zusammenarbeit mit dem ClavierSalon Miltenberg

Musik spielte schon immer eine große Rolle in der kulturellen Vergangenheit der Stadt Wolfenbüttel – Hofmusik, Kirchenmusik, aber auch der bürgerliche Musiksalon sowie das Konzertleben jenseits von Hof, Kirche und Theater. Und schon immer stand das Tasteninstrument im Mittelpunkt nicht nur höfischer Musikausübung sondern auch bürgerlicher Hausmusik und bürgerlichen Konzertlebens in Form von Akademien und anderen musikalischen Angeboten.

Die Pflege einer eigenständigen Musikkultur ist wesentlicher Teil in der Herausbildung eines bürgerlichen Selbstverständnisses gewesen – auch in einer bildungsbürgerlich geprägten Kleinstadt wie Wolfenbüttel mit einem reichen Umfeld von Kirchen- und Hofmusik.

In Anknüpfung an das FortePiano-Festival 2018, das mit dem Pleyel-Flügel die Musik der  Romantik in den Mittelpunkt stellte, soll das Musikfest

 ‚Frühe Tasteninstrumente aus Frühklassik und Klassik – im Jubiläumsjahr Beethoven‘

das Bewusstsein für das ‚Standard-Klavier‘ der bürgerlichen Musikausübung: das Tafelklavier, wecken, das eine wichtige Rolle in der Geschichte des Klavierbaus und seiner internationalen Prägung durch deutsche Klavierbauer spielt – waren es doch im wesentlichen deutsche Klavierbauer, die auch die in England führende Entwicklung des Tafelklaviers für ganz Europa voran trieben.

Neben Tafelklavieren von 1780 bis 1850 wird aber auch auf Hammerflügeln dieser Epochen musiziert. Dabei stehen Komponisten von Haydn und Mozart über Beethoven, Clementi bis Schubert und Mendelssohn im Vordergrund, deren Stücke für diese Instrumente konzipiert waren und deren Wiedergabe auf den zeitgenössischen Instrumenten einen besonderen Einblick in die Hör- und Empfindungsgewohnheiten der Zeit erlauben.

Im Beethoven-Jahr wird selbstverständlich Ludwig van Beethoven, der diese Zeit wie kein anderer prägte, angemessen gewürdigt.

Das FortePiano-Festival richtet sich mit seinen Kultur-bewusstseinsbildenden, pädagogischen Intentionen auch an Schulklassen.

 

Vergangene Klänge zum Leben erwecken

Klaviergeschichte vom Clavecin Royale bis zum Graf-Flügel im Prinzenpalais Wolfenbüttel beim FortePiano-Festival II zu erleben

 

„Erhaltene historische Hammerklaviere sind unverzichtbare Quellen zum Verständnis historischer Interpretationspraxis. Nur durch überlieferte Instrumente können wir heute die Entwicklung der Klaviermusik im 18. und 19. Jahrhundert begreifen. Die Entwicklung der Klaviermusik vollzog sich im 18. Jahrhundert parallel zur Erfindung und Verbreitung unterschiedlichster Hammerklavier-Modelle, von denen die erfolgreichsten kulturprägenden Einfluss gewannen.

Die Kenntnis, welche Instrumente z.B. Mozart bevorzugt gespielt hat, deren klangliche und spieltechnische Eigenschaften, sind für dessen Interpretation unverzichtbar. Allerdings wurden alle bisher bekannten und spielbaren historischen Instrumente nach 1780 – ganz überwiegend sogar nach 1790 gebaut oder umgebaut. Es fehlten daher bis heute ganz entscheidende Quellen zu Verständnis und Interpretation der Klaviermusik der Mitte des 18. Jahrhunderts bis ca 1780.“

 

So das Credo von Georg Ott, Restaurator am Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Er verfügt über die Instrumente, die eine solche Schlüsselrolle in der Entwicklung der Klaviermusik spielten, er lässt sie in seinem Köthener Projekt ‚Claviersalon‘ erklingen und stellt sie für das FortePiano-Fest II in Wolfenbüttel zu Verfügung. Mit bislang kaum wahrgenommenen ersten Tafelclavieren und Tangentenflügeln bereichert er eine Veranstaltungsserie, für die aufstrebende Fortepianisten aus der jungen internationalen Szene, die sich seit einiger Zeit etabliert, wie der Niederländer Anders Muskens, oder der Publikumsliebling des letzten Chopinwettbewerbs, Dmitri Ablogin, aber auch eine anerkannte Kapazität wie der Experte Tobias Koch  gewonnen werden konnten.

 

Frühe Pianoforte aus den Anfängen des Klavierbaus bis zum frühromantischen Hammerflügel erklingen an drei Wochenenden von März bis Mai 2020 beim zweiten FortePiano-Festival im Prinzenpalais Wolfenbüttel.

Das Prinzenpalais Wolfenbüttel ist seit zwei Jahrzehnten Veranstaltungsort für die historische Aufführungspraxis von früher Klaviermusik und kooperiert in diesem Jahr mit dem Claviersalon Köthen, der sich mit dem Einsatz erlesener Instrumente aus der Restaurierungswerkstatt Georg Otts bereits einen Namen gemacht hat. Das für 2020 geplante FortePiano-Fest wendet sich in Weiterführung des FortePiano-Festes I (2018, mit dem Schwerpunkt ‚Chopins Pleyel-Flügel‘) diesmal den Anfängen der Entwicklung der Tasteninstrumente vom (hammered) Clavichord über das Tafelklavier zum frühromantischen Hammerflügel zu.

 

Diese Entwicklung soll an vier Wochenenden in thematischen Schwerpunkten beleuchtet werden: 

Wochenende 1: Auf frühen Tafelclavieren und einem Tangentenflügel sowie Laute und Theorbe im Zusammenspiel mit der Traversflöte entfaltet sich die Entwicklung von der barocken zur klassischen Sonate` mit Anders Muskens – Tafelclavier,  Darina Ablogina - Flöte und John Martling - Laute. Am Sonntag erklingen unter dem Titel `Dichterliebe‘ Werke von der Klassik bis zur Frühromantik, wie Schuberts Variationenwerk ‚Trockne Blumen‘ oder Mendelssohns ‚Lieder ohne Worte‘.

Wochenende 2: Frühklassik/Sturm und Drang:  Sylvia Ackermann stellt vier einzigartige originale Hammerclaviere der Mozart-Zeit aus der Sammlung Georg Ott vor. Im Zentrum steht das ‚Clavecin Royal‘, eine der berühmtesten mitteldeutschen Instrumenten-Erfindungen, von den nur ganz wenige erhalten sind, zwei davon in der Sammlung des Claviersalons. Stilistisch und klanglich gelten diese Instrumente als Perlen des frühen Klavierbaus. Klang, Spielgefühl und Ausstrahlung des Instruments sind von einzigartiger Schönheit.

Zum Beethovenjahr trägt der bedeutende Fortepianist Tobias Koch am Sonntag Werke von Beethoven  und Schubert vor. Vom frühklassischen Fortepiano bis zum romantischen Flügel von Conrad Graf eröffnet sich ein Universum unterschiedlicher Klang- und Ausdrucksmöglichkeiten.

Köthen: ‚Neu erfundenes Freudenspiel‘: Das Ensemble Sanspareil (Nürnberg) konzertiert in Köthen im Rahmen einer Exkursion in Zusammenarbeit mit dem Verein Kulturstadt Wolfenbüttel, dem Claviersalon Köthen, dem Pegnesischen Blumenorden und der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft. In Vertonungen von Dichtungen der Fruchtbringenden Gesellschaft erklingen frühe Tasteninstrumente wie das ‚Hammered Clavichord‘

Wochenende 3: „Nacht und Träume“ - Hammerflügel meets Percussion mit Sylvia Ackermann und Vanessa Porter, der New-Comerin der Percussions-Szene, - ein außergewöhnliches Projekt, in dessen Mittelpunkt Werke von Franz Schubert stehen.

Der Star des Warschauer Chopin-Wettbewerbes auf historischen Instrumenten, Dmitry Ablogin, interpretiert Werke von Beethoven, Schubert und Mendelssohn auf frühromantischen Hammerflügeln (Conrad Graf, Matthias Müller)

 

Prinzenpalais Wolfenbüttel trifft Prinzenhaus Köthen

 

Von besonderer Bedeutung ist die Kooperation mit dem Prinzenhaus Köthen, das sich wie das Prinzenpalais Wolfenbüttel als ehemalige fürstliche Wohnstätte auf dem Weg zum Ort kultureller Begegnung befindet - mit dem speziellen Fokus auf  historischen Tasteninstrumenten und ihrem Einsatz in Konzerten. Dabei haben der Schwerpunkt auf historischen Tasteninstrumente in der Programmgestaltung bei TonArt im Prinzenpalais sowie  der Einsatz der exquisiten Sammlung historischer Tasteninstrumente des Klavierrestaurators Georg Ott (Nürnberger Nationalmuseum) in seiner Veranstaltungsserie Claviersalon im Prinzenhaus Köthen eine gemeinsame Zielsetzung:  In der Hinwendung zu den Vorformen der heutigen Tasteninstrumente verloren gegangene Ausdrucksformen und Hörerwartungen sowie Differenzierungen in historischen Musiziertechniken wieder zu entdecken. Als Glücksfall ist es anzusehen, dass in diesem Zusammenhang über die Geschichte der Prinzenhäuser auch an bedeutungsvolle kulturelle Bestrebungen beider Städte im Rahmen der Fruchtbringenden Gesellschaft in einer Exkursion nach Köthen angeknüpft werden kann.

Veranstalter: Kulturinitiative TonArt e. V. Wolfenbüttel, Reichsstraße 1

www.tonart-wf.de

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